Unseren Familiensommerurlaub wollte ich unbedingt mit einer Generalprobe für den Ötztaler Radmarathon verbinden.
Als einzige Veranstaltung im Alpinen Raum, da wir nach Südtirol in Urlaub führen, war der Radmarathon “Granfondo San Gottardo” der am 24/07 am Gottardpass stattfand.
Meiner Familie hatte ich dies natürlich schmackhaft gemacht indem ich nochmals darauf hinwies, dass wir doch besser eine Zwischenetappe einlegen sollten, das sonst die Fahrt zu lange wäre, dass der Gottard Pass gar nicht auf dem Weg nach Südtirol liegt, habe ich natürlich verschwiegen und zum Glück haben wir erst bei im Nachhinein festgestellt dass die Fahrt von der Schweiz bis nach Südtirol fast einen ganzen Tag gedauert hat.
Also der Granfondo findet zum erstenmal statt und ist ein Maraton über 3 Pässe (Gottard- Tremalo, Furkapass und Nuffenpass) der Reiz an diesem Marathon ist, dass der alte Gottardpass (Tremalo) befahren wird und dieser besteht grösstenteils aus Kopfsteinpflaster und daher wird diese Veranstaltung auch als Paris-Roubaix der Alpen beschrieben.
Wir sind am Freitag in der Schweiz angekommen und haben zuerst einen Familientag eingelegt, am Samstag hies es dann für die ganze Familie Rennvorbereitung, alle drei Pässe mussten mit dem Auto abgefahren und die Startnummer musste in Airolo abgeholt werden. Obwohl auf der südlichen Seite vom Gottardpass Sommertemperaturen herrschten wurde bereits über eine mögliche Streckenänderung gemunkelt, da für Sonntag ein Wettereinbruch in den Alpen vorhergesagt wurde.
Am Sonntagmorgen, nachdem ich um 05.00 den Wecker gesetzt hatte und meine Frau spätestens vom Verzehr meines Kunspermüslis geweckt wurde, ich nach draussen schaute, bestätigten sich die Wettervorhersagen, bei uns am Fusse des Furkapasses auf +/- 1.200 Meter waren es 2 Grad. Ich packte meine Winterkleidung ein und fuhr mit dem Auto über den Gottardpass wo ich den ersten Neuschnee bewunderen konnte. Angekommen am Startgeländen, kam dann direkt die Durchsage, dass der Start auf 8.00 Uhr verschoben ist und dass die Streckenführung abeändert wird, Furkapass und Nuffenpass sind nicht zu befahren (Neuschnee mit Sturm) als alternative wurde eine Strecke nur auf der südlichen Seite festgelegt, kürzer und mit weniger Höhenmetern aber dafür 2 x den Tremalo (Kopfsteinpfalster).
Um 8.05 ging es dann los und als ich die ersten Kilometer auf den Pflastersteinen hinter mir hatte, war ich meinem Teamchef Rickard dankbar der mir vorsichtshalber stabile Felgen besorgt hatte mit etwas breiteren Reifen, ebenfalls hatte ich das Glück hinter einem kleinen Peloton fahren zu können da der Sturm ebenfalls auf dieser Seite zu spüren war. Am Gipfel angekommen und bei einer Temperatur um die 0 Grad war spätestens jetzt jeder mit der Streckenänderung einverstanden, auf der Abfahrt mit Winterjacke konnte ich dann etliche Kontrahenten überholen, leider war dies fü die Katz, da nur die Zeiten der Anstiege gewertet wurden, trotzdem haben die Überholmanöver mit meinem stabilen Levrierbike spass gemacht. Der zweite Anstieg war dann auf normaler Strasse und nur 6 KM lang bevor es dann nochmals den Gottardpass herauf ging.
Am Ziel angekommen und nach 90 KM und +/- 3.000 Höhenmetern, dachte ich mit gemischten gefühlen am Ötztaler, da dies noch eine ganz andere Nummer ist, aber mein 171 Platz von 600 Startern gab mir dann wieder Mut.
Jetzt kann der Familienurlaub beginnen, natürlich mit Trainingsfahrten auf der Ötztaler Strecke, ein Zufall dass Südtirol in der Nähe der Strecke liegt :)